Aus alten Kreditkarten kann auch ein neuer Gartenstuhl werden
Weidenbornschüler informierten sich über das Umweltmanagement der Frankfurter Sparkasse
"Öko-Audit? Nie gehört!" Mit Kopfschütteln reagieren die meisten Menschen auf die Frage nach Umweltmanagement und Öko-Audits. In der Frankfurter Sparkasse wollen wir uns im Rahmen unserer Teilnahme am Projekt "Zeitung in der Schule" über "Umweltmanagement in einem Großunternehmen" informieren.
Von außen betrachtet ein gewöhnliches Auto: doch der im Kofferraum eingebaute Gastank zeigt, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Fahrzeug handelt. Es ist das Gasmobil der Frankfurter Sparkasse. Nach 22-24 Monaten habe sich nicht nur die Umrüstung des Benziners zu einem Gasauto bezahlt gemacht, sondern ab da fahre es auch deutlich billiger, und diene auch noch dem Umweltschutz, erklärt uns Harald Schmidt, der Leiter des Fuhrparks. Dass sich Umweltmanagement auch finanziell lohnt, ist für die Bank seit vielen Jahren wichtig. Seit 1980 setzt sie sich für den Umweltschutz in ihrem Unternehmen ein.
Zunächst gab es kleinere unkoordinierte Projekte. Seit 1989 erarbeitete Helge Beck, der Umweltschutzbeauftragte, mit viel Engagement für das Unternehmen ein überzeugendes Umweltmanagement. Durch seine Arbeiten konnten allein durch getrennte Müllsammlung und Kreislaufwirtschaftssysteme die Entsorgungskosten um 65 Prozent von über 600000 Euro auf etwas über 200000 Euro gesenkt werden.
Ziel des Umweltmanagement sei es vor allem, "sich der gesellschaftlichen Verantwortung für die nächste Generation" zu stellen, erklärt Heinz Döscher, Leiter der Verwaltung. Er verweist auf die Umwelterklärung der 1822, das Kernstück der Umweltpolitik der Frankfurter Sparkasse, in der die Umweltrechtlinien der Bank festgehalten sind. Die Abfallentsorgung ist aber nur ein Teil der Umweltpolitik: Eine Aufbereitungsanlage für Küchenabwässer, der Einbau von Wasserspartasten, Umrüstung von Gebäuden von herkömmlicher auf Solartechnik sind nur einige Projekte, die die Frankfurter Sparkasse umgesetzt hat - alles belegt mit Zahlen und Kostenersparnissen.
Und doch gehe es in der Umweltpolitik nicht "meterweise, sondern nur zentimeterweise" voran, und gelegentlich auch gegen den Widerstand einiger Mitarbeiter.
Im Eingang zum Hof der Sparkasse in der Frankfurter Hasengasse steht ein lastwagen-großer Container. Er muss erst aufgeschlossen werden. In ihm wird sowohl datenschutzgerecht, als auch umweltgerecht das viele Papier einer Bank gesammelt, ohne dass es wie früher schon im Büro getrennt werden muss.
Die Plastikkarten der Kunden werden in einem Gerät geschreddert, das wie eine Popcornmaschine klingt. Die kleinen Plastikflocken, die bei der Entsorgung der Karten entstehen, werden später zu Zäunen und Gartenmöbeln verarbeitet.
All diese Ideen zur Verbesserung der Umweltbilanz lässt sich die Frankfurter Sparkasse amtlich bescheinigen: "Öko-Audit" heißt dieses Zertifikat. Es wird von einem staatlichen Umweltprüfer ausgestellt. Dies erfolgte bis 1999 alle drei Jahre, inzwischen wird jährlich zertifiziert. Die Bank ist hessenweit das einzige Kreditinstitut und bundesweit das zweite von inzwischen sieben, die sich den Umweltschutz bescheinigen lassen.
Bei einer Umfrage auf der Straße und in Bankfilialen hat sich gezeigt, dass dieser Umweltschutzbeitrag wenig bekannt ist. Wahrscheinlich würden sonst mehr Banken eigene Umweltrichtlinien umsetzen allein schon um Geld zu sparen.
Von der Klasse 10a des Jahrgangs 2002/2003